Überspringen zu Hauptinhalt
AGG Schulung info@agg-mitarbeiterschulung.de 0172/3494071 (täglich von 09 Uhr bis 18 Uhr)LoginLetzte Aktualisierung der Schulung: August 2019

Mindestkörperlängenanforderungen diskriminierend

Das Verwaltungsgericht (VG) Schleswig verurteilte die Behörde auf Entschädigungszahlung zugunsten der Klägerin, welche aufgrund ihrer Größe diskriminiert wurde.

Hintergrund:

Die Klägerin hatte sich als Volljuristin für den höheren Polizeivollzugsdienst bei der Bundespolizei beworben. Dort besteht aber eine Mindestkörperlängenanforderung, wobei diese die Klägerin mit ihrer Körperlänge von 1,58 Metern nicht erreichte. Allein auf diesen Grund basierend, wurde die Klägerin als Bewerberin nicht berücksichtigt.

Hinweis des Gerichts:

Das VG hat feststellen können, dass es für Männer und Frauen unterschiedliche Mindestkörperlängen gibt, wobei diese prozentual in stark unterschiedlichem Maße Männer und Frauen vom Zugang zum höheren Polizeidienst abhalten.

Eine Rechtfertigung hierfür ist aber nicht gegeben.

Damit liegt eine Diskriminierung vor, weshalb die Klägerin Anspruch auf eine Entschädigungszahlung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) hat.

Quelle:
VG Schleswig-Holstein, Urteil vom 26.3.2015, Az. 12 A 120/14, noch nicht rechtskräftig); http://www.schleswig-holstein.de/OVG/DE/Service/Presse/Pressemitteilungen/26032015_VG_Mindestkoerperlaenge.html

Fazit:
Die Größe der Bewerberin war auch schon in einem anderen Verfahren Gegenstand der Beurteilung: Mit Urteil des Arbeitsgerichts Köln vom 28.11.2013, Az. 15 Ca 3879/13, wurde entschieden, dass die tarifvertragliche Vorschrift eines Luftfahrtunternehmens, welche besagt, dass die Körpergröße einer Pilotin mindestens 165 cm (höchstens 198 cm) sein muss, unzulässig ist, da dies eine mittelbare Diskriminierung darstellt.

Damit sollten Arbeitgeber nun sehr vorsichtig mit Größenanforderungen sein.

Rechtsanwalt Robert Uhl
www.raau.de oder
www.rechtsanwalt-uhl.de
Mehr Infos auch über:
www.agg-mitarbeiterschulung.de

An den Anfang scrollen